Der Traum von Liebe und Weisheit

KAKTuS Kulturforum Lüdinghausen e.V.

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Der Traum von Liebe und Weisheit

Stelen auf dem Steverwall wurden neu beschriftet

Foto


Lüdinghausen - 

Günter Trunz‘ Wunsch sollte in Erfüllung gehen: Der Vorsitzende des KAKTuS Kulturforums wünschte sich am Donnerstagnachmittag bei der Präsentation der neuen Stelen am Steverwall, dass „Petrus uns für 20 Minuten verschonen“ möge. Und tatsächlich blieb es für die Dauer des Rundgangs trocken, sodass die rund 20 Gäste die neuen Zitate zum Thema „Der ewige Traum von Liebe und Weisheit“ in Ruhe begutachten konnten.

Von Laurids Leibold

Die neuen Zitate stellten Christina Meisner (2.v.r.) und Klaus Heisterkamp (2.v.l.) den interessierten Zuhörern vor. 

Foto: ll Laurids Leibold-Westfälische Nachrichten

 

Christina Meisner, leiterin des Literaturkreises im KAKTuS und Klaus Heisterkamp, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Begegnung Jugendlicher mit Griechenland und Italien, führten die Gäste und erläuterten einzelne Texte.

Anschließend ging es in den warmen Kapitelsaal Dort sprach Bürgermeister Borgmann Begrüßungsworte.

Daniel Tatz, Lehrer am Gymnasium Canisianum  und einige Schüler fungierten als Stelenpaten. Sie erklärten ihre eigenen Gedanken zu den Stelen, teilweise in Gedichtform, teils als Geschichte oder Erläuterung. 

Für die musikalische Begleitung an diesem Abend sorgten Charlotte Nußbaum (Alt) und der Leiter der Musikschule, Elmar Sebastian Koch (Klavier).

Sie erfreuten die Gäste mit englischen Liedern zum Thema Liebe.


Stele 1

Poesie am Steverwall 2016

Der ewige Traum

von Liebe und Weisheit:

Zwei ausgewählte literarische Beispiele

zeigen die Aktualität des kulturellen

Erbes der Hellenen mit ihrem Fortwirken

bis in die Moderne.

Stele 2

Nicht mitzuhassen, sondern mitzulieben bin ich da

(Sophokles, um 496 - 406 v.Chr., Antigone 523)

Beschriftung griech. u..dt. Vorlage H.Heisterkamp)

Stele 3

Alles, was ihr tut, sollt ihr nur aus Liebe tun

( Moses Maimonides, 1135 - 1204, Kommentar zu Mischna, Über Lohn und Strafe)

Stele 4

Tote Gruppen sind wir, wenn wir hassen,/ Götter, wenn wir liebend uns umfassen.

(Friedrich Schiller, 1759 - 1805, Die Freundschaft, e.1782)

Stele 5

Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen ...

/Hermann Hesse, 1877 - 1962, Siddharta, e. 1922)

Stele 6

...da die , die reinen Herzens handeln unsre größten Helden sind / rett ich die Welt mit deiner Liebe in mir ...

(Thomas D, geb. 1968, Aus dem Song Liebesbrief, e.2000)

Stele 7

Wenn ich etwas nicht weiß, glaube ich auch nicht, es zu wissen

(Sokrates um 470 - 399 v.Chr., Platon, Apologie 21d)

Beschriftung in griech.u.dt. Vorlage H.Heisterkamp

Stele 8

Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk

NT, Erster Brief des Paulus an die Korinther, 13,9

Stele 9

Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel.

(Johann Wolfgang von Goethe,1749 - 1832, Maximen und Reflexionen, 1826)

Stele 10

Ignoramus et ignorabimus

Wir wissen es nicht und werden es niemals wissen

(Emil Heinrich Du Bois-Raymond, 1818 - 1896, Über die Grenzen der Naturerkenntnis, 1837



Stele 11

Worte sind reife Granatäpfel /....die Frucht stellt ihr Geheimnis bloß / und zeigt ihren Samen/ ein neues Geheimnis

(Hilde Domin, 1912 - 2006 Das Gedicht als Augenblick von Wahrheit. Frankfurter Poetik-Vorlesungen,1988

Stele 12

Die Texte der Antike sind teilweise durch Schriften arabischer Gelehrter, z.B. Avicenna, um 980 - 1037, Avoerroes, 1126 - 1198 und Maimonides, 1135 - 1204) nach Europa gekommen.

Kunst, Kultur und Wissenschaft setzen keine Grenzen, sie leben vom Austausch.