Otto Pankok

KAKTuS Kulturforum Lüdinghausen e.V.

KAKTuS Kulturforum Lüdinghausen e.V.

Otto Pankok

gemeinsame Ausstellung auf Burg Vischering, Burg Lüdinghausen und der evangelischen Kirche an der Burg

Foto

Otto Pankok (1893 – 1966) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Zeichner, Grafiker und Bildhauer. 50 Jahre nach seinem Tod wird der Künstler des expressiven Realismus in Lüdinghausen in einer großen Gemeinschaftsausstellung an drei Standorten mit seinen vielen Facetten ausgestellt: auf der Burg Vischering (Kreis Coesfeld) durch Holzschnitte und Kohletafelbilder mit Bezug zu seiner westfälischen Heimat, in Burg Lüdinghausen (KAKTuS-Kulturforum)  durch Tier- und Wasserwogenbilder und in der evangelischen Kirche an der Burg (Ev. Kirchengemeinde Lüdinghausen) mit seinem Zigeunerzyklus. Otto Pankok hat ein umfangreiches Werk von hoher politischer und ethischer Aussagekraft hinterlassen. In Burg Lüdinghausen sind außerdem Ölgemälde zum Thema Blumen und Bäume seiner im April dieses Jahres im Alter von 93 Jahren verstorbenen Tochter Eva zu sehen. Begleitende Vorträge an allen drei Standorten, Führungen und eine Exkursion zum Otto­-Pankok-Museum „Haus Esselt" sowie ein museumspädagogisches Programm bereichern und vertiefen die Ausstellung.

Die Themen sind zwischen den verschiedenen Ausstellungsorten  schwerpunktmäßig aufgeteilt:

 

Die drei Standorte sind an allen

Samstagen und Sonntagen
von 10:00 bis 17:30 Uhr gleichzeitig geöffnet.


Burg Vischering

Portraits nehmen einen großen Raum in Otto Pankoks Werk ein. Die Ausstellung in der Burg Vischering richtet daher den Fokus auf dieses Genre. In den Selbstportraits spiegeln sich seine persönlichen Empfindungen entsprechend der jeweiligen persönlichen Situation und der damit verknüpften Zeitumstände. Bilder seiner Frau Hulda und seiner Tochter Eva zeugen vom innigen Verhältnis zu seiner Familie. Gesellschaftliche Randgruppen gehören ebenso zu seinen Modellen wie Personen seines Umfeldes: Sinti, Roma, Juden sowie der alte Lehrer, die Frau mit Haube, der Fischer. Erstmals präsentiert wird eine Auswahl des umfangreichen Konvoluts von Pressezeichnungen, die Pankok hinterlassen hat. Neben Schriftstellern: Else Lasker-Schüler, Franz Kafka, portraitiert er bildende Künstler: Pablo Picasso, Wilhelm Lehmbruck, und andere bedeutende Personen, wie Siegmund Freud. Bekannte und weniger bekannte Holzschnitte, Radierungen, Lithographien und Kohlezeichnungen geben Auskunft über seine ebenso einfühlsamen wir schonungslosen Darstellungen des Menschen.

Burg Lüdinghausen

In den Ausstellungsräumen des KAKTuS-Kulturforums auf Burg Lüdinghausen ist Otto Pankok im Wesentlichen durch seine Tierbilder und Holzschnitte aus der Reihe seiner Wasserwogen vertreten. Tiere hat er in allen Schaffensjahren gezeichnet oder in Holz und Linol geschnitten: Hühner und Hähne, Pferde, Ochsen und Elefanten, Kamele, Esel und mehr, oft in einer Art Karikatur. Auch Wasseroberflächen und wild bewegte Wogen hielt er immer wieder in seinen unnachahmlichen Schwarz-Weiß-Werken fest. Eine besondere Wirkung geht von diesen Arbeiten durch die großen Formate aus, die man unter dem Titel „Holzschnitte“ nicht vermutet. Selbst 50 Jahre nach Otto Pankoks Tod ist der Eindruck, den diese Exponate erzeugen, immer noch frisch und direkt.


Evangelische Kirche an der Burg

In der Kirche werden Werke aus Otto Pankoks „Zigeunerbildern“ gezeigt und solche, die sich mit den Themen Flucht und Heimatlosigkeit beschäftigen. Die Zigeunerbilder Pankoks waren der Grund für die Verbannung von Pankoks Bildern aus den Museen und sein Arbeitsverbot nach 1933. Er nahm das Thema sofort nach 1945 wieder auf.



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Die Künstlerin Eva Pankok

Eva Pankok, die einzige Tochter von Otto und Hulda Pankok, ist, wie ihr Vater, Künstlerin geworden. Allerdings steht ihr künstlerisches Werk im krassen Gegensatz zu dem Schwarz-Weiß ihres Vaters: Leuchtende Farbigkeit kennzeichnen ihre Gartenbilder mit Blumen und Bäumen in Öl, von denen im Turmzimmer der Burg Lüdinghausen ein repräsentativer Ausschnitt zu sehen ist.

Eva Pankok, die Zeit ihres Lebens ihr Elternhaus nie verlassen hat, starb im April dieses Jahres in Haus Esselt bei Wesel im Alter von 90 Jahren.

Kombi-Ticket für alle drei Ausstellungsorte 5,- € (1,- € erm.) 
Eintritt: Dienstag - Freitag nur Burg Vischering
2.50 €, ermäßigt 2,00 €, Kinder und Jugendliche 1,‑ €