Ab 10. April 2016: Das 2. Gesicht - Porträt heute

KAKTuS Kulturforum Lüdinghausen e.V.

KAKTuS Kulturforum Lüdinghausen e.V.

Ab 10. April 2016: Das 2. Gesicht - Porträt heute

Julia Drahmann, Berte Fellermann, Beate Höing, Klaus Sievers

Neue Ausstellung in den KAKTuS-Räumen

der Burg Lüdinghausen, Amthaus 14 in 59348 Lüdinghausen

Vier Künstler, vier unterschiedliche Blickwinkel:

In den KAKTuS-Räumen der Burg Lüdinghausen sind seit

dem 10.April düstere, wie auch von Farben durchflutete

Porträts zu sehen. Die vom Kontrast lebende Ausstellung

lockte zur Eröffnung zahlreiche Interessierte an.

 

April16

„uniqe“ heißt das Werk, vor dem der KAKTuS-Vorsitzende Günter Trunz (1.v.l.)

die Besucher begrüßte. Vier Künstler sind an der Ausstellung beteiligt:

Beate Höing, Klaus Sievers, Julia Drahmann und Berte Fellermann.


Die Ausstellung ist geöffnet

vom 10.April bis 22.Mai 2016
an Samstagen, Sonn -und Feiertagen von 11:00 bis 17:00 Uhr.

Burg Lüdinghausen, Amthaus 14 in 59348 Lüdinghausen

Der Eintritt ist frei.
Ansprechpartnerin:
Silvia Hesse-Böcker 02591/ 5562

Zwei Meter mal fast fünf Meter – die drei Porträts der Frauen mit den strengen Frisuren zogen die Besucher der Vernissage von „Das 2. Gesicht – Porträt heute“ nicht nur wegen ihrer überlebensgroßen Darstellung in den Bann. Trotz schwarzem Balken vor den Augen bescheinigte Kunsthistorikerin Reinhild Mackowiak den von Julia Drahmann im Modezeitschriften-Stil Dargestellten eine „enorme Präsenz“. Drahmann ist eine von vier Künstlern, deren Werke seit gestern in der Burg Lüdinghausen hängen.

Dass die Eröffnung überdurchschnittlich gut besucht war, liege vielleicht, so mutmaßte Silvia Hesse-Böcker vom veranstaltenden Kulturforum KAKTuS, daran, dass „das Porträt ein Genre ist, welches jeden anspricht“. Gerade in einer Zeit, in der für den Moment bestimmte „Selfies“ massenhaft aufgenommen werden, habe das klassische Porträt nicht an Bedeutung verloren, sondern sogar gewonnen. „Das Porträt ist eine Projektionsfläche“, sagte Reinhild Mackowiak, die die Einführung übernahm.

Die vier Künstler aus dem Münster- und dem Rheinland näherten sich auf unterschiedliche Weise den Porträts und sorgen damit für einen Kontrast innerhalb der bis zum 22. Mai laufenden Schau. Während Julia Drahmann Porträts auf großer Leinwand und vor neutralem Hintergrund zeige, schaffe Beate Höing auf subtile Weise mit gemusterten Hintergründen eine besondere Stimmung, so Kunsthistorikerin Mackowiak. Das kleine Format fördere Intimität, da der Betrachter gezwungen sei, nah an die Porträts heranzutreten. Aufgrund der bis zu 30 Schichten Ölfarbe würde eine besondere Leuchtkraft erreicht.

Berte Fellermann „flutet“ ihre Bilder mit Wasser und Farbe. Bei der Entstehung der Einzel- wie auch Gruppenporträts entzögen sich diese manchmal ihrer Kontrolle, erzählte Fellermann. „Es ist immer wieder spannend morgens ins Atelier zu kommen und zu sehen, wie die Farben verlaufen sind.“

Im Gegensatz zu dieser Farbenfrohheit stehen die düsteren, rätselhaften und fantasievollen Werke von Klaus Sievers. Meist in seinem Atelier inszeniert er die Models aus dem Bekanntenkreis. Teils 200 Fotos braucht es, bis er mit der Stimmung zufrieden ist, die er dann auf Leinwand verewigt. Während der Vernissage hatte er überdies noch ein weiteres Projekt „am Start“: Jeder Besucher durfte sich ein Anpin-Button an die Kleidung heften. Auf diesem stand der Name einer berühmten Persönlichkeit, mit der man sich verbunden fühlt und die man als Spiegelbild sieht. Klaus Sievers selbst hatte Leonardo di Vinci. „Der Button wurde mir angedreht“, sagte der Rheinländer augenzwinkernd.

Bericht und Foto: Westfälische Nachrichten  Niklas Tüns